„Nawi“ – ai präsentiert Spielfilm über Kinderehen

ai präsentiert Nawi – Dear Future Me“

Nawi ist 13 Jahre alt. Sie lebt in einer Dorfgemeinschaft im Norden Kenias. Traditionen bestimmen den Alltag. Nawi ist eine sehr gute Schülerin. Sie möchte aufs Alliance-Girls-Gymnasium in der Hauptstadt Nairobi gehen. Sie träumt nämlich davon, Chirurgin, Rechtsanwältin oder vielleicht Architektin zu werden. Aber ihr Vater hat eine Menge Schulden. Deshalb will er seine Tochter mit einem viel älteren Mann verheiraten. Der bietet ihm nämlich 30 Schafe, 50 Ziegen und sechs Kamel als Brautpreis. Nawis Träume von einer selbstbestimmten Zukunft drohen zu zerplatzen.

Die Soester Gruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International präsentiert den deutsch-kenianischen Spielfilm „Nawi – Dear Future Me“ am Sonntag, 14. Juni, um 17 Uhr im SchlachthofKino. Mindestens zwölf Millionen Mädchen werden weltweit jährlich zur Heirat gezwungen. Das Kinderhilfswerks UNICEF schätzt, dass 650 Millionen Mädchen und Frauen auf der Welt leben, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden. Eine Kinderehe beeinträchtigt die Entwicklung eines Mädchens. Sie kann zu früher Schwangerschaft und damit zu einem Gesundheitsrisiko führen. Eine frühe Heirat bedeutet auch das abrupte Ende der Kindheit, denn die junge Ehefrau geht nicht mehr zur Schule und trägt stattdessen die Verantwortung für einen Haushalt. Verheiratete Mädchen werden außerdem oft aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen, sind isoliert und damit auch einem höheren Risiko von häuslicher Gewalt ausgesetzt.

Das Drehbuch des Films basiert auf einer preisgekrönten, von Schicksalen in ihrer eigenen Familie inspirierten Geschichte der jungen Autorin Milcah Cerotich. „Laiendarstellerin Michelle Lemuya Ikeny verkörpert die Heldin als ein still beobachtendes Mädchen, das mit Hilfe seines kleinen Bruders ohne Aufsehen seinen Weg zu gehen versucht“, schreibt epd-Film. „Nawi – Dear Future Me“ wurde 2025 als kenianischer Beitrag für den besten ausländischen Film bei der Oscar-Verleihung eingereicht.

Die Amnesty-Gruppe wird bei der Filmpräsensation über den Kampf gegen Kinderehen informieren.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=EZ7q8FRQCdw

25. März 2026