Kuku in Strafkolonie drangsaliert

Unsere Gruppe setzt sich für die Freiassung des Krimtartaren Emir-Usein Kuku und seiner Mitstreiter ein. Kuku hatte nach der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2016 Menschenrechtsverletzungen dokumentiert und wurde deshalb verhaftet und inzwischen im Berufungsverfahrenzu acht Jahren Haft verurteilt. Amnesty betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen.

Jetzt wurde das Urteil gegen Emir-Usein Kuku und seine Mitangeklagten bestätigt. Emir-Usein Kuku, Muslim Aliyev, Enver Bekirov, Vadim Siruk, Refat Alimov und Arsen Dzhepparov waren 2016 festgenommen und im November 2019 unter konstruierten Terrorismusanklagen und anderen Vorwürfen schuldig gesprochen worden, obwohl während des ganzen Verfahrens keine glaubhaften Belege für ihre Beteiligung an einer international anerkannten Straftat vorgelegt wurden.

Bereits im Februar veröffentlichte Amnesty einen offenen Brief von Kukus Ehefrau Meriem. Darin beschreibt sie plastisch, wie Emir-Usein Kuku verhaftet wurde, und was die Zeit im Gefängnis für ihn und seine Kinder bedeutet. Sie berichtet auch, wie die Solidaritätsbriefe sie moralisch unterstützen. So berichtete Kuku bei jedem Treffen wer ihm von wo geschrieben hat. Im Zuge von Corona forderte Amnesty die Freilassung von Emir-Usein Kuku und seinen fünf Mitstreitern sowie allen anderen gewaltlosen politischen Gefangenen, da während der Pandemie eine besondere Gefahr von Gefängnissen ausgeht.

Zudem veröffentlichte Amnesty zusammen mit Human Rights Watch einen offenen Brief an den russischen Generalstaatsanwalt auch mit der Forderung, Emir-Usein Kuku und die anderen fünf Krimtataren freizulassen, da sie gewaltlose politische Gefangene sind.

Dennoch hat das russische Militärberufungsgericht am 25. Juni dieses Jahres den Schuldspruch gegen die sechs Angeklagten bestätigt. Muslim Aliyev wurde zu 19 Jahren Gefängnis in einer Strafkolonie verurteilt. Enver Bekirov erhielt 18 Jahre, Vadim Siruk und Emir-Usein Kuku wurden zu jeweils zwölf Jahren Haft verurteilt, Refat Alimov zu acht Jahren und Arsen Dzhepparov zu sieben Jahren.

Am 18. August wurde Emir-Usein Kuku in die Strafkolonie Salavat in der Republik Baschkortostan verlegt (eine Region in der Russischen Förderation in der Nähe des Ural). Damit befindet er sich nun über 2300 km entfernt von seiner Heimat der Krim.Nach seiner Ankunft in der Strafkolonie wurde Emir-Usein Kuku bis zum 21. August unter Quarantäne gestellt. Am ersten Tag nach der Quarantäne sollte er an morgendlichen Übungen im Freien teilnehmen als Teil der täglichen Routine in dieser Strafkolonie. Emir-Usein war an die kalten Temperaturen der Ural-Region nicht gewohnt und bekam aufgrund der Kälte Schmerzen in den Nieren. Als er darum bat, die Übungen im Gebäude absolvieren zu können, wurde er in eine so genannte „Schiso“-Zelle (auf Russisch „ШИЗО“ ) verlegt, die in russischen Hafteinrichtungen als Isolationszelle zur Bestrafung dient. Er verbrachte dort 15 Tage bis zum 3. September.

Wir können unsere Solidarität mit ihm zeigen und ihm an seine Haftadresse schreiben:

453256 Russian Federation Republic of Bashkortostan

Salavat

IK-16

Kuku Emiru-Useinu Kemalovichu

1976 g.r.

Russische Föderation

 

Auf Russisch lautet die Adresse:

453256

Российская Федерация

Республика Башкортостан

г.Салават

ИК-16

Куку Эмиру-Усейну Кемаловичу

1976 г.р.

Russische Föderation

25. Oktober 2020