Die Welt schaut nur zu
„Fluchtgedanken“ rückt die Themen Flucht und Integration in den Blickpunkt

Foto: Limbock
Sehr gut besucht war der Abend mit Wolfgang Grenz im VHS-Gebäude Kükelhaus.
Im Newsletter des Evangelischen Kirchenkreises Soest lässt Hans-Albert Limbrock, Öffentlichkeitsreferent und Ehrenamtskoordinator Flüchtlingshilfe im Kirchenkreis, die Aktionswoche „Fluchtgedanken“ Revue passieren:
Mit der Aktionswoche „Fluchtgedanken“ wollten die Veranstalter Evangelischer Kirchenkreis Soest, die Ortsgruppe Soest von Amnesty International und Volkshochschule Soest ein klares Zeichen gegen Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit setzen. Gleichzeitig sollte das Miteinander von Geflüchteten und Einheimischen gestärkt werden sowie Hintergründe und Auslöser für millionenfache Flucht erörtert werden. Nach den insgesamt vier Veranstaltungen steht fest: Das ist in beeindruckender Weise gelungen.
Gleich zu Beginn wurde mit der Eröffnung der Ausstellung „Killing Field – Killing Sea“ das Thema Flucht und ihre Ursachen bildstark nahe gebracht. Die von René Schulthoff und Silas Koch gemachten Fotos von Rettungsaktionen Geflüchteter im Mittelmeer sowie über das unfassbare Leid der Menschen im Kongo haben im Bürgerzentrum „Alter Schlachthof“ viele Menschen berührt.
Mit Wolfgang Grenz, ehemaliger Generalsekretär von Amnesty Deutschland und Gründungsmitglied von Pro Asyl, hatten die Veranstalter einen profunden Kenner der Flüchtingsthematik gewinnen können. Grenz, dessen aktuelles Buch „Schiffbruch“ sich eben diesem Thema intensiv widmet, machte mit Zahlen deutlich, welche Dimension Flucht weltweit hat: 65,3 Millionen Menschen befinden sich aktuell
auf der Flucht. Die 4,4 Millionen, die bis nach Europa kommen, sind dabei nur ein vergleichsweise geringer Teil: „Europa ist nicht überbelastet.“
Foto: Limbock
Wolfgang Grenz sprach über aktuelle Probleme der Flüchtlingspolitik
In seiner Kritik wurde Grenz daher auch deutlich: „Wenn Europa weiter die eigenen Werte hochhält, darf es die Rechte der Flüchtlinge nicht weiter einschränken.“ Aber gerade daran zweifelt der Flucht-Experte: „Ich habe wenig Hoffnung, dass sich etwas verbessert. Es geht jetzt vor allem darum, weitere Verschlechterungen abzuwenden.“
Bunt, überraschend, außergewöhnlich – das sind nur drei Attribute, die das gemeinsame Konzert des syrischen Pianisten Aeham Ahmad mit dem Chor Women of Wuppertal beschreiben. In einem rappelvollen Kulturzentrum „Alter Schlachthof“ haben die Künstler das begeisterte Publikum mit auf eine Reise in die faszinierende und völkerverbindende Welt der Musik genommen. Sinnbildlich für das, was dieser Abend bei Veranstaltern, Künstlern und Publikum gleichermaßen bewegt hat, stand die Frage von Moderator Michael Gantenberg: „Warum vermögen Noten, was Politiker nicht schaffen!“
Und schließlich war da noch Hamed AlHamed, ein 27-Jähriger Syrer, der gemeinsam mit seinem Bruder Hamed geflohen ist und nun in Vorträgen über seine Flucht und das Leben in Syrien vor und nach dem Bürgerkrieg berichtet: „Wir hatten alles – aber das war einmal.“ Heute hat seine Familie durch den Krieg alles verloren. Sein Vorwurf: „Die Welt macht nichts. Sie schaut zu, wie ein ganzes Volk stirbt.“
zurück
home
  Schnelle Hilfe und Eilaktionen (pdf)
ai allgemein
Mitglied werden
amnesty deutschland
ai in soest
kontakt
impressum
aktionen
briefe gegen     das vergessen
urgent actions